Akupunktur

Im alten China glaubte man, dass die Harmonie der körpereigenen Lebensenergie (Qi), ihr Zustand und ihre Menge über Wohlbefinden und Krankheit entscheiden. Das Qi wird über die Akupunkturpunkte gesteuert und reguliert. Für den Behandlungserfolg ist daher die richtige Auswahl der Punkte wichtig. Die speziellen Faktoren, die zu einer Krankheit geführt haben, werden dabei ebenso berücksichtigt, wie die allgemeine Verfassung des Patienten und die Art, wie die Krankheit sich äußert.

Akupunktur als Kassenleistung: Seit 2007 kann Akupunktur über die Krankenkasse abgerechnet werden, wenn chronische Schmerzen länger als sechs Monate bei Kniegelenksarthrose oder Lendenwirbelsäulenschmerzen vorliegen (bis 15 Behandlungen). - Andere Diagnosen werden privat behandelt.

Wirkung: Akupunktur hat bei den Krankheiten in den großen Modellvorhaben der Krankenkassen sehr gut geholfen und war bei Hüft- und Kniegelenksarthrose der üblichen schulmedizinischen Behandlung detulich überlegen. Auch bei Migräne gab es 38% weniger Kopfschmerzattacken (schulmedizinische Behandlung: 33% weniger Attacken; Schein-Akupunktur: 28% weniger Kopfschmerzanfälle). Dabei sind kaum ernsthafte Nebenwirkungen aufgetreten.

Die Auswertungen aus dem Deutschen Ärzteblatt 19.01.2007 als pdf-Datei:  Kopfschmerzen (337 Kb) Rückenschmerzen und Kniegelenksarthrose (396 Kb).

Kopfschmerzen: Wirkung nachgewiesen! Bei Spannungskopfschmerz ist die Akupunktur einer medikamentösen Behandlung gleichwertig, bei Migräne ist Akupunktur einer Arzneimittelprophylaxe überlegen. Dies berichtet das Deutsche Ärzteblatt 5/2009 (A-106) unter Berufung auf die Cochrane Collaboration, einer hoch angesehenen unabhängigen Institution, die Behandlungsverfahren neutral bewertet.

Wann einsetzen: Akupunktur kann bei über 40 Krankheitsbildern erfolgreich angewendet werden (WHO). In unserer Praxis wird Akupunktur hauptsächlich bei Schmerzzuständen aller Art, Allergien, Hautkrankheiten, Heuschnupfen und verschiedenen funktionellen Störungen bis Ménière-Syndrom eingesetzt. Je nach Bedarf kommen die traditionelle Körperakupunktur, Ohrakupunktur, Laserpunktur oder andere moderne Akupunktur-Varianten zum Einsatz.

Wie wirkt Akupunktur? Es konnte nachgewiesen werden, dass durch die Akupunktur schmerzleitende Nervenfasern verlangsamt arbeiten, weniger Magensäure produziert wird, Endorphine (schmerzlindernde „Glückshormone") vermehrt ausgeschüttet werden, ein gestörter Schlafrhythmus sich normalisiert, die Atemwerte von Asthmatikern sich verbessern lassen, u.v.m. Akupunktur verträgt sich gut mit allen anderen üblichen Behandlungsmethoden. Durch die stabilisierende Wirkung auf das Vegetativum bessert sich das Allgemeinbefinden (Nachtschlaf, ausgleichende und entspannende Wirkung).

Tut das weh? Die Behandlung erfolgt durch Nadelung der Akupunkturpunkte fast schmerzfrei mit extrem dünnen Nadeln. Je nach Zustandsbild des Patienten kommt auch die Erwärmung der Punkte (Moxibustion) oder eine Behandlung mit dem schmerzlosen Soft-Laser (kranke Kinder; Hautkrankheiten, Allergien) in Frage. Die Behandlungsdauer beträgt wenige Minuten bis zu einer Stunde pro Sitzung, je nach Krankheitsverlauf und Nadeltechnik.

Gute Besserung!

© 2011 - 2016 Dr. Hinrich Haag, Dr. Renate Haag, Dr. Julia Schmale